Blogger schenken Lesefreude 2015

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Wir feiern zum 20. Mal den Welttag des Buches!!!

Aus diesem Anlass ist mein Blog nun hierher umgezogen und ich hoffe ich fuchse mich hier schnell ein! Am Design werde ich in der nächsten Zeit noch etwas feilen (Tipps und Kritik sehr gerne an tinkersbuchwelt@arcor.de).

Aber zur Feier des Tages gibt es erstmal eine VERLOSUNG 🙂

Tinkers‘ Buchwelt verlost als „Lesefreude schenkender Blogger“ 5 Bücher!!!

Die Teilnahme ist ganz einfach: Kommentiert diesen Blog-Beitrag oder den dazugehörigen Facebook-Beitrag mit Eurem Wunschbuch und ihr hüpft direkt in den Lostopf! Bitte wählt aus Fairnessgründen nur ein Buch!

Die Lostöpfe sind geöffnet vom 23.04.15 06:30 Uhr bis zum 06.05.15 23:59 Uhr, die Verlosung und Gewinnerbekanntgabe findet am 07.05.15 statt.

Und hier nun die Gewinne:

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Alle Bücher sind neu! Ich versende sie dann allerdings in recycelten Umschlägen, der Umwelt zuliebe 🙂

Viel Spaß beim Lostopfhüpfen!!!

Eure Tinkers

„Vier um die Welt“ von Alexandra Frank

„Vier um die Welt“ von Alexandra Frank ist der Bericht einer fünfmonatigen Reise um die Welt mit der ganzen Familie, erschienen im März 2015 bei Goldmann .

 

Alexandra und ihr Mann sind von jeher extrem reisefreudig. Schon als junges Paar waren sie gemeinsam viel unterwegs. Doch nun haben sie 2 Kinder: eine 4-jährige Tochter und einen sechs Monate alten Sohn. Allen Unkenrufen zum Trotz planen sie eine große Reise nach Südamerika, Neuseeland, Australien und Singapur.

Natürlich vermeiden die Eltern bei ihren Reiseplänen besonders brenzliche Situationen, so reisen sie z.B. nicht in malariageplagte, kalte oder gefährliche Länder. Auch bedenken sie bei ihrer Ausstattung möglichst viele Eventualitäten, sind also mit ausreichend Reiseapotheke, Spielzeug und nötigen Equipment ausgerüstet. Da sie aber als Backpacker unterwegs sind, beschränkt sich ihr komplettes Reisegepäck auf 2 große Rucksäcke, Reisebettchen und einen Kinderrucksack, was sich zwar als kompliziert, aber nicht unmöglich herausstellt.

Um möglichst viel zu erleben und trotzdem mit dem Elterngeld auszukommen, übernachten sie in einfachen Unterkünften, als couchsurfende Familie oder bei Einheimischen.

Da ich selbst noch keine Mutter bin, kann ich nicht nachempfinden inwiefern man sich mit den Risiken einer Weltreise inklusive Nachwuchs beschäftigt. Aber ich kann sehr gut die Argumente von Alexandra verstehen, die ihre Elternzeit wirklich sinnvoll nutzen will und dabei ganz nebenbei 2 weltoffene, interessierte und anpassungsfähige Kids heranzieht. Die Gegenargumente, dass Unfälle oder Krankheiten auftreten könnten, würde ich ebenfalls damit entkräften, dass so etwas auch im Ostseeurlaub oder im Harz passieren könnte. Da sich die Familie auch auf ihrer Reise immer in der Nähe der Zivilisation aufhält, ist im Notfall auch immer ein Arzt erreichbar.

Sehr gut hat mir auch gefallen, dass die Familie allen Bedürfnissen gerecht wird, in dem sie mal Tage in der Natur einlegen, wie sie Papa bevorzugt, mal Shoppingtage für die Mädels oder einfach nur faule Strandtage für alle. Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Ich bewundere den Mut, bin aber auch von der Idee sehr angetan. Ein Leben mit Kids muss niemanden einschränken oder verändern.

Wie Alexandra und ihr Mann beweisen, kann man auch mit kleinen Kindern eine große Reise antreten und damit gleich 4 Horizonte auf einmal erweitern.

Im letzten Jahr habe ich ein ähnliches Buch gelesen, bei dem eine Mutter mit ihrem Baby per Transsibirischer Eisenbahn durch Sibirien und die Mongolei bis nach Peking reist. „Mut für zwei“ von Julia Malchow

Ich empfehle dieses Buch jedem Reisefreund, der mehr über die Welt lernen will und vor allem jungen Muttis, die aus diesem Buch sehr viel über Freiheit für sich und ihre Kinder lernen können.

„Achtung, ich komme – In 80 Orgasmen um die Welt“ – Henriette Hell

„Achtung, ich komme – In 80 Orgasmen um die Welt“ , erschienen im März 2015 bei blanvalet, ist das Debüt von Henriette Hell .

Von deutschen Männern und deren Erwartungen an das weibliche Sexualverhalten enttäuscht, begibt sich Henriette auf eine Weltreise um die Männer aus anderen Ländern zu erforschen und ihre eigene Fähigkeit zum Orgasmus zu erlernen. In Indien, Afrika, USA, Vietnam, Türkei, Frankreich, Peru, Thailand und Italien begegnet sie nicht nur multikulturellen Männern, sondern setzt sich auch mit den jeweiligen Frauenbildern und Sexualpraktiken auseinander.

Sicherlich hat nicht jede Frau einen derart offenen Geist, die nötige Neugier, soviel Mut und gleichzeitig Wahnsinn, um in den diversen Betten, Hütten und an den Stränden ihren Lusthorizont zu erweitern. Aber wer wie Henriette in der Nähe des Hamburger Kiezes aufgewachsen ist, der gibt sich nicht so schnell zufrieden mit Tristesse.

Der Leser lernt viel über die Ansichtsweisen, die überall auf der Welt so unterschiedlich sind. In einigen Ländern ist den Männern völlig egal, was Frauen beim Sex fühlen, in anderen Ländern dienen Frauen ausschließlich als Lustobjekte und dann gibt es doch auch die Männer, die ihre Aufmerksamkeit vorrangig auf das Wohlergehen der Frauen lenken. Ich war erschrocken, welche Erfahrungen Henriette in Indien machen musste. Einerseits das Land des Kamasutra und Bollywood, andererseits sind dort Massenvergewaltigungen an der Tagesordnung. Aber andererseits fand ich es sehr lehrreich, was in den verschiedenen Ländern als anziehend gilt.

Natürlich sollte man nicht alle Kerle über einen Kamm scheren, sicherlich gibt es in jedem Land den ein oder anderen tollen Liebhaber und garantiert auch in jedem Land den langweiligen Trottel. Was man allerdings aus dem Buch lernen kann ist, dass selbstbewusstes Experimentieren viel Freude macht und man sich nicht mit dem zufrieden geben muss, was man vorgesetzt bekommt.

Das Cover ist super! Es sticht hervor und macht ganz klar deutlich, was sich im Inneren verbirgt. Der Titel wirkt zwar auf den ersten Blick etwas anrüchig, aber der Inhalt des Buches ist so offen und direkt, dabei charmant und ehrlich, dass es keinen noch so kleinen Grund gibt sich für dieses Buch zu schämen. Ich hab‘s ruck zuck gelesen und mich dabei absolut wohl gefühlt, weil ich an einigen Stellen sehr schmunzeln musste, an anderen mein Weltbild um einiges erweitern konnte und am Ende vom Buch rundum begeistert bin.

Der Clou an der ganzen Geschichte ist, dass Henriette nach ihrem großen Trip die Liebe und das Glück ausgerechnet vor der Haustür in Hamburg traf!

Ich vergebe für das Buch die volle Punktzahl, denn ich habe mich damit rundum wohl gefühlt und einiges gelernt!

Wie ich im persönlichen Gespräch mit der Autorin auf der LBM 2015 erfahren durfte, arbeitet sie an einem nächsten Buchprojekt. Man darf also sehr gespannt sein, was (oder wer) als nächstes KOMMT! 😉

“Ein Idiot unterwegs – Die wundersamen Reisen des Karl Pilkington” – Ricky Gervais und Stephen Merchant

“Ein Idiot unterwegs – Die wundersamen Reisen des Karl Pilkington” von Ricky Gervais und Stephen Merchant, erschienen im September 2014 bei blanvalet , ist der Bericht einer Reise zu den 7 Weltwundern abseits der Touristenpfade.

Ricky und Stephan sind Moderatoren in einem englischen Fernsehsender. Ihr Freund Karl ist ein bekennender Reisemuffel und hat wenig Interesse daran seinen persönlichen Horizont zu erweitern. Eins und eins zusammengezählt ergibt die Idee von Ricky und Stephen ihren Kumpel Karl mit einem Kamerateam auf Weltreise zu schicken um ihm vor Ort skurrile Aufgaben zu stellen. Karl reist mit Kamelen zu den Pyramiden, findet sich umgeben von Homosexuellen am FKK-Strand in Brasilien wieder, tritt auf dem Weg zum Tadsch Mahal in jede Menge Kuhfladen, lernt in Mexiko Wrestling, passiert die komplette Chinesische Mauer, wird in Jordanien von Terror-Spezialisten entführt und kämpft sich durch den peruanischen Dschungel.

Wer solche Freunde hat, braucht wahrlich keine Feinde mehr. Die beiden Moderatoren buchen für Karl nicht etwa Firstclass und Luxusherbergen. Sie lassen ihn in den übelsten Absteigen nächtigen, organisieren ihm die verschrobensten Tourguides und stellen ihm die bizarrsten Challenges.

Als deutscher Leser kann man in etwa Parallelen zu unserer TV-Show „Joko&Klaas – Duell um die Welt“ ziehen, wobei ich die teils noch einen ganzen Zacken schärfer finde. Der so hoch gelobte britische Humor war für mich zwar auffindbar, aber ich habe mir noch mehr plumpe Scherze, absurde Begegnungen und ungemütliche Situationen für Karl gewünscht.

Ich wurde durch den Titel auf das Buch aufmerksam. Er ist gut gewählt, wenn auch nur teilweise richtig, denn der Idiot ist Karl nur zu Beginn der Reise. Nach und nach entwickelt er ein Gespür für die Besonderheiten der Welt und zeigt am Ende sogar eine deutliche Änderung seines Charakters.

Das Cover und die Gestaltung des Buches sind hervorragend. Im Inneren finden sich viele Fotos dieser Reise und auf youtube findet man noch jede Menge interessantes Material.

Von mir bekommt das Buch 4 von 5 Sternen, denn es war unterhaltsam, hat meinen Horizont erweitert und ich habe oft geschmunzelt. Den einen Punkt Abzug bekommt es, weil wir Deutschen dann wohl doch noch eine Schippe fiesere Witze vertragen können als die Briten.

„Im Lada zu Karl Marx: Eine Woche Addis Abeba“ – Alex Tannen

„Im Lada zu Karl Marx: Eine Woche Addis Abeba“ klang für mich auf den ersten Blick irgendwie nicht verlockend. Als Kind traf ich an jeder zweiten Straßenecke auf Marx, das reicht für den Rest des Lebens. Aber Addis Abeba liegt doch in meinem heißgeliebten Afrika. Wie passt das zusammen?


Ich selbst durfte von Addis Abeba nur den Flughafen als Umsteiger erleben. Schon dieser war für mein europäisches Verständnis eine einzige Comedyvorstellung, denn von Vorfeldregeln, Baustellenabsperrung oder Sicherheitsrichtlinien scheint der Äthiopier nicht viel zu halten. Aber ein bezaubernder Jacarandabaum in voller Blüte vor dem Terminal war mein eigentlicher erster Eindruck vom schwarzen Kontinent. Was bis dahin Schwärmerei war, wurde zu purer Liebe! Was jedoch außerhalb der äthiopischen Flughafentore passiert, kenn ich auch nur von Erzählungen und Medienberichten.

Nun klärt Alex Tannen uns Leser in einem seiner unvergleichlichen Reiseberichte auf, was Addis Abeba alles zu bieten hat. In zehn Anekdoten erzählt er von den Eigenheiten der Stadt und seiner Bewohner, der bewegten Geschichte und deren skurrilen Auswirkungen auf die Gegenwart. Ich habe mich wieder gut amüsiert und nie geahnte Einblicke in ein sehr besonderes Fleckchen unserer Erde erhalten.

Ich werde bei meinem nächsten Aufenthalt in Addis Abeba eine längere Umsteigezeit einrechnen und mein von den Medien versautes Bild von Äthiopien korrigieren.

(und weil ich es mir nicht verkneifen kann: wer für 99 Cent einen Wälzer erwartet, der sollte sich besser nicht an Mindestlohndebatten beteiligen)

“Mutterland-In der Hitze Afrikas“ – Alesia Fridman

Mit “Mutterland-In der Hitze Afrikas“ veröffentlichte Alesia Fridman ihr zweites Buch unter diesem Pseudonym.


Die junge Kinderärztin Tara reist mit 3 männlichen Kollegen nach Namibia. Ihre Reise führt sie nicht nur zu den schönsten Touristenattraktionen, sondern ist gleichzeitig auch eine Suche nach Taras Wurzeln. Vor der Abreise erhält sie von ihrem Vater einen Zwillingsdiamanten, der sich seit vielen Generationen in ihrem Familienbesitz befindet, mit der Aufgabe seinen Zwilling und deren gemeinsame Geschichte zu recherchieren.

Die Hitze in dem Buch entsteht allerdings nicht nur durch die heiße namibische Sonne, sondern auch durch die prickelnde Spannung zwischen den 4 Reisenden. Es ist eindeutig ein Buch für Erwachsene, denn die Geschehnisse der namibischen Nächte sind absolut nicht jugendfrei. Die 4 Reisenden entdecken viele verborgene Facetten von Anziehung und was im Urlaub passiert, bleibt auch im Urlaub. Leser, die sich an erotischen Geschichten stören, können diese allerdings auch gut überlesen, denn sie bilden nur das Karamell auf der Crème Brûlée. Mir persönlich hat das heiße Knistern sehr gut gefallen.

Obwohl ich schon einige Bücher über Namibia gelesen habe, ist „Mutterland“ das Buch, das mich am meisten in dieses wunderschöne Land versetzt hat. Da die Autorin selbst zweimal vor Ort war und offenbar sehr viel Recherche betrieben hat, ist die Beschreibung der Plätze so gut gelungen, dass es sich für mich anfühlt wie ebenfalls vor Ort gewesen zu sein. Zwischendurch tauchen im Buch immer wieder Fotos auf, die dem fiktiven Roman noch mehr den Touch eines realen Reiseberichts verleihen.

Ich habe sehr viel Neues über die verschiedenen Regionen, Flora, Fauna, Bewohner, Historie und den Zauber Namibias gelernt. Besonders gut hat mir der Aspekt gefallen, dass sich Tara kritisch mit den Konflikten zwischen Afrika vs. Europa, Arm vs. Reich, Naturvolk vs. Zivilisation auseinandersetzt. Auch die Geschichte des Sklavenhandels hat mich sehr berührt.

Ein glücklicher Zufall spielte mir dieses Buch in die Hände. Normalerweise werde ich selten auf selfpublisher aufmerksam, da ich bisher neues Lesefutter immer bei den großen und kleinen Verlagen gesucht habe. Aber dieses Buch hat mir eindeutig bewiesen, dass es sich sehr lohnt auch mal links und rechts der bekannten Pfade zu schnüffeln.