Ich glaub, mein Puma pfeift – Als Forscherin im reichsten Tierparadies der Welt

Lydia Möcklinghoff ist Tropenökologin und betreibt, wie sie selbst sagt: Erbsenhirnparalleluniversumsforschung.

42647079z

Fernab jeder Zivilisation, 6 Stunden bis zum nächsten Ort, kämpft sich Lydia durch den Regenwald oder überschwemmte Gebiete. Wenn der Jeep mal wieder steckenbleibt, steigt sie auf Pferd oder Maultier um oder muss sogar mit dem Boot quer durch die unbeschilderte Pampa. Immer dabei hat sie ihre Machete, mit der sie sich durchs Geäst schlägt. Von Moskito- oder Wespenattacken geplagt, verteilt sie ihre Kamerafallen, beobachtet, fotografiert und katalogisiert ihre Forschungsobjekte.

P1360503

Sie ist die weltweit einzige Ameisenbärenforscherin und entdeckte in ihren 10 Jahren im brasilianischen Pantanal bisher unentdeckte Verhaltensweisen.

Als Aushängeschild im Kampf für bedrohte Tierarten sensibilisiert der Ameisenbär die Menschen für die Vielfältigkeit der Natur, denn in direkter Nachbarschaft leben Nasenbären, Tapire, Jaguare, Hyazintharas, Vogelspinnen, Capybaras, Riesenotter, Gürteltiere, Pumas, Nabelschweine, Wasserbüffel, Kaimanen und viele andere exotische Tiere. So durfte ich beim Lesen z.B. mir bisher unbekannte Tiere wie den Jabirustorch kennenlernen.

P1290884

Da in der Forschung wenig Geld übrig ist, musste sich Lydia einen Schlachtplan überlegen, um ein mehrjähriges Projekt zu finanzieren. Ihre aus meiner Sicht beste Idee war es dieses Buch zu schreiben. Dadurch hat sie meine Aufmerksamkeit geweckt und ich fand im Internet von Lydia inszenierte Science-Slams, Crowdfunding-Kampagnen, Talkshow-Auftritte etc. Für ihre aktuellen Projekte wird sie auch von NRW-Zoos unterstützt.

Ich freue mich sehr, dass ich beim ausgiebigen Recherchieren lesen durfte, dass Lydia an ihrem nächsten Buch schreibt.

Lydia Möcklinghoff in einer NDR-Talkshow

Besonders begeistert hat mich ihre Art zu erzählen. Das Forschungsgebiet an sich hat mich schon extrem interessiert, aber die Hintergrundstories sind nicht nur abenteuerlich, sondern auch manchmal emotional oder unglaublich witzig. Ich fand es sehr spannend Einblicke hinter die Kulissen zu erhalten, denn in keiner Naturdoku und keinem Biologiebuch erfährt man, wie so ein Forscherleben wirklich aussieht.

Die authentischen Berichte gepaart mit leicht verständlichem Fachwissen werden jeden Leser mitreißen, der an Natur und Tieren interessiert ist.

Von mir bekommt das Buch auf jeden Fall VOLLE Punktzahl, denn Biologie, Humor, fremde Länder, Klugscheißerwissen und Faszination in einem Buch vereint, treffen bei mir mitten ins Schwarze!!!

P1290871

Mein persönlichstes Ameisenbären-Rendezvous hatte ich 2011 im Berliner Zoo mit Carlos. Typisch für den Südamerikaner, schlief er bei meiner Ankunft. Gemächlich krabbelte er aus seinem Versteck, als er Eindringlinge bemerkte. Da er eine Handaufzucht war, ging deutlich weniger Gefahr von ihm aus als von einem Wildtier. Mit gerade mal einem Jahr war er extrem neugierig. Carlos ging dann doch sehr schnell auf Tuchfühlung. Aber als er mit seiner 60cm langen Zunge keine einzige Termite in meinem Gehörgang fand, stellte er sich auf die Hinterbeine und zeigte uns seine mächtigen Krallen. Das Zeichen haben wir verstanden und zogen uns voller Respekt, aber um eine wahnsinnig beglückende Erfahrung reicher, zurück.

100_4118

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s