„Sehet die Sünder“ – Liv Winterberg

„Sehet die Sünder“ von Liv Winterberg, erschienen 2012 im Deutschen Taschenbuch Verlag dtv, ist ihr zweiter historischer Roman, der Fiktion mit hervorragend recherchierten wahren Begebenheiten verbindet.

Diesmal entführt uns die Autorin in die Bretagne um 1440. Dort geschehen mysteriöse Morde, die von Bauern, Baronen und Bischöfen aufgeklärt werden müssen. Wer steckt dahinter? Sind die armen Bewohner des Dorfes, die verschwenderischen Schlossbesitzer oder gar Mitglieder der Kirche die Täter?
Nachdem ich von Liv Winterbergs Romandebüt „Vom anderen Ende der Welt“ so sehr begeistert war, habe ich sehnsüchtig auf ihr zweites Werk gewartet. Auch wenn es vom historischen Hintergrund und der kompletten Atmosphäre ein völlig anderes Buch ist, so bin ich doch diesmal wieder begeistert. Die Autorin muss sehr intensiv und lange recherchiert haben um sich in den real existierenden Fall des Barons Gilles de Rais eingearbeitet zu haben. Seine Biografie liegt dem Buch zugrunde und ihm wird mit der Romanfigur des Baron Amédé de Troyenne wieder Leben eingehaucht.

Das Buch hat mehrere Erzählstränge, die für sich allein erzählt werden, aber am Ende alle miteinander verwoben sind. Im Dorf Saint Mourelles verschwinden Kinder, im Schloss verschwinden Angestellte und der Notar des Bischofs von Nantes verstrickt sich in eine Affäre mit der Schlossherrin. Einzig beim Erzählstrang mit dem Bischofspalast hatte ich leichte Schwierigkeiten, denn darin kamen Worte und Formulierungen vor, mit denen ich sonst wenig zu tun habe, aber am Ende des Buches befindet sich ein Glossar, der sehr hilfreich ist.

Trotz zahlreicher schrecklicher Vorkommnisse fühlte sich das Lesen sehr gut an und am Ende ist das Buch in sich absolut stimmig. Der Schreibstil ist gut und ich fühle mit den Personen mit… jedesmal wenn ein neues Opfer zu beklagen war, war ich tief betrübt.

Die Protagonisten sind gut dargestellt, trotzdem musste ich anfangs ab und zu zur Personenübersicht auf den ersten Seiten des Buches zurückblättern, da es doch sehr viele Akteure gibt. Die Themen sind sehr vielseitig: es gibt Liebe, Hochmut, geheimnisvolles Verschwinden von Kindern, Affären, Betrug, Tod… und vieles mehr.

Liv Winterberg hat es wieder geschafft mich in eine mir vorher völlig unbekannte Umgebung und Zeit zu entführen, sie hat mir viele neue Erkenntnisse und zahlreiche emotionsgeladene Lesestunden beschert. Obwohl ich mich sonst wenig für Geschichte interessiere, versteh es Liv mich für ihre historischen Romane sehr zu begeistern. Ich bin gespannt welches Thema Liv als nächstes wählt und ich freue mich schon sehr darauf!

„Sehet die Sünder“ bekommt von mir 4 von 5 Sternen!

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