„Wer schön sein will, muss reisen“ – Tine Wittler

Mit „Wer schön sein will muss reisen – Ein Selbstversuch im Land der runden Frauen“ (erschienen 2012 im Scherz-Verlag) stellt Tine Wittler das Schönheitsideal der westlichen Welt dem der westafrikanischen Welt gegenüber und beleuchtet die Entwicklung dieser beiden gegensätzlichen Ansätze.

Eigentlich sollte dieses Buch wieder ein Roman werden, aber beim Recherchieren stellten Tine und ihre Agentur fest, dass Fiktion in diesem Fall nicht bewirken kann, was die Autorin selbst vor Ort erleben würde. Also wurde das Romanprojekt mit viel Mühe und noch mehr Ehrgeiz in ein journalistisches Projekt in Tagebuchform umgearbeitet. Die Reise erforderte zwar viel Willenskraft, Risikobereitschaft und Durchhaltevermögen, aber wenn der Leser nur einen Funken der Energie, die ins Projekt gesteckt wurde, für sich herausziehen kann, dann hat sich das ganze schon gelohnt.

Nachdem der geplante Roman nun doch realistischen Plänen wich, begann der erste Kampf, nämlich der mit den deutschen Behörden, die es Tine und ihrem Team nicht einfach machten, in ein Krisengebiet wie Mauretanien zu reisen, zumal eigentlich keiner richtig Ahnung hatte, was sie dort wirklich erwartet. In Mauretanien lernt Tine viele spannende Menschen kennen und kann aufregende Kontakte knüpfen, über die sie uns sehr ehrlich und aufgeschlossen berichtet. Das Buch schenkt uns Einblicke in Methoden, die die Menschen anwenden um dem vorherrschenden Schönheitsideal zu entsprechen. Tine trifft auf Menschen, die nicht nur ihr Weltbild, sondern auch das des Lesers mächtig durcheinander wirbeln.

Tine Wittler ist nicht nur die pralle Wohnexpertin, Tine Wittler ist eine tolle Frau, eine großartige Autorin und hervorragende Journalistin. Aber vor allem beweist sie Mut und Stärke, indem sie mit ganzem Herzen besonders ist und sich nicht den Zwängen einer Gesellschaft unterordnet. Für mich ist Tine Wittler eine Koryphäe, ein Vorbild und eine Rebellin. Sie meistert ihr Leben als öffentliche Person, Moderatorin, Wohnexpertin, Barbesitzerin, Modedesignerin, Autorin und sicher noch einiges mehr. Aber am meisten bewundere ich ihren Mut sich an delikate Themen zu wagen.

Ich habe alle ihre bisherigen Bücher gelesen. Darin beweist sie jede Menge Humor, Schreibtalent und Selbstironie. Im neuen Buch beweist sie zusätzlich, dass sich ihr Studium der Kommunikationswissenschaften durchaus gelohnt hat. Sie kann den Leser mitreißen und ihm Einblicke in unbekannte Teile der Welt verschaffen. Aber vor allem versteht sie es aus der Masse hervorzustechen und das Schubladendenken in unseren Köpfen mächtig durcheinander zu rütteln. Mich hat das Buch sehr berührt, weil so viel Herzblut darin steckt und es beweist, dass man viel glücklicher sein kann, wenn man sich so akzeptiert, wie man ist.

Von mir bekommt das Buch volle Punktzahl, denn es ist informativ, sehr gut geschrieben und hat mir viele neue Denkansätze und Argumente beschert. Sehr gespannt bin ich auf den Film, der bei dieser Reise entstanden ist und der im Herbst 2013 in die deutschen Kinos kommen wird. Ich hoffe Tine traut sich in Zukunft an weitere heikle Themen, denn sie hat die besondere Gabe, den Leser mitzureißen und einen frischen Wind durch verstaubte Köpfe wehen zu lassen!

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